03.04.2026 – über’s Zurückkommen, Weiterarbeiten und Älterwerden

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***English below***

Liebes Tagebuch

Ich bin zu Hause.

Zumindest für ein paar Tage. Über Ostern. Und von nun an muss ich wohl definieren, was „zu Hause“ bedeutet.

Ich bin gestern nach Basel geflogen und freue mich riesig, meine Freunde und Familie in die Arme nehmen zu können und zu hören, was ich (nicht) verpasst habe.

Bereits gestern durfte ich einen meiner liebsten Freundeskreise wiedersehen und eine wundervolle Zeit geniessen, geprägt von Lachen, tiefen Gesprächen und diesem vertrauten Gefühl, das man nicht erklären kann, aber sofort wieder erkennt.

Im Übrigen darf ich erzählen, dass ich die Probezeit bestanden habe und mein Arbeitgeber mich jetzt für mindestens ein Jahr an der Backe hat. Solange ich nicht im Büro kokse oder Geld veruntreue, müssen sie mich behalten, haben sie mir gesagt. Das ist beruhigend zu wissen. Die Risiken sind natürlich total real.

Letzten Sonntag hatte ich Geburtstag (nachträgliche Gratulationen werden gerne und immer entgegengenommen). Es war speziell, nicht im vertrauten Umfeld zu „trauern“ (ja, dieses Wort war Absicht). Aber dank eines Besuchs aus der Heimat, Anrufen und unzählig vielen Nachrichten habe ich mich trotzdem sehr geliebt gefühlt. Eine meiner besten Freundinnen, die mich besuchen kam, und ich haben mit 32 Cocktails in meinen Geburtstag hineingefeiert und sind ca. 6 Stunden später wieder in derselben Bar zum Frühstück aufgetaucht. Ja. Die Bar ist geil! Am Nachmittag schlenderte ich über einen wundervollen Markt mit viel Selbstgemachtem, Selbstgebasteltem, Leckereien, Köstlichkeiten, Traditionellem und vielen Kaffee-, Bier- und Weinständen zum Geniessen. Am Abend habe ich mich dann selber bei Freunden in Alkmaar eingeladen. Sonst wäre ich doch ein bizzeli sentimental geworden.

Ich habe von jemandem den Tipp bekommen, dass ich in meiner Ankunftszeit immer zu allem „Ja“ sagen soll (dies soll sich nicht auf Koks oder Veruntreuung beziehen). Auch wenn ich vielleicht unsicher bin, Zweifel habe oder keine Lust verspüre: Wenn mich jemand zu etwas einlädt, sage ich Ja. Wenn ich eine Werbung für eine Kunstausstellung sehe: Ja. Es ist irgendwo ein Markt: Ja. Damit öffne ich mich, meinen Horizont und die Möglichkeit, Wundervolles zu erleben. Und das gefällt mir, das nehme ich mir zu Herzen.

Ich habe nun auch ein Abo bei einem Gym gelöst, die Abfallsteuer ist bezahlt und bei den nächsten Wahlen darf ich mit abstimmen. Ich bin also eine richtige Amsterdamerin.

Es geht also weiter. Es geht weiter mit neuen Bars, neuen Cafés, neuen Märkten, neuen Rechnungen und hoffentlich vielen neuen Erlebnissen. Es bleibt spannend. Es bleibt Amsterdam.

About returning, work and growing older

Dear Diary

I’m home.

At least for a few days. Over Easter. And from now on, I suppose I’ll have to define what ‘home’ means.

I flew to Basel yesterday and I’m absolutely thrilled to be able to hug my friends and family and hear what I’ve (not) missed.

Just yesterday, I got to see one of my favourite groups of friends again and enjoy a wonderful time, filled with laughter, deep conversations and that familiar feeling you can’t explain but recognise straight away.

By the way, I’m pleased to say I’ve passed my probationary period and they’re stuck with me for at least a year now. They told me that as long as I don’t snort coke in the office or embezzle money, they have to keep me on. It’s comforting to know that. The risks are, of course, very real.

Last Sunday was my birthday (belated birthday wishes are always welcome). It felt strange not to be ‘mourning’ (yes, that word was intentional) in familiar surroundings. But thanks to a visit from home, phone calls and countless messages, I still felt very loved. One of my best friends, who came to visit me, and I kicked off my birthday with 32 cocktails and turned up back at the same bar for breakfast about six hours later. Yes. The bar is brilliant! In the afternoon, I strolled through a wonderful market with lots of homemade and handcrafted goods, treats, delicacies, traditional items and plenty of coffee, beer and wine stalls to enjoy. In the evening, I invited myself over to some friends’ place in Alkmaar. Otherwise, I might have got a bit sentimental.

Someone gave me the tip that, when I first arrive somewhere, I should always say ‘yes’ to everything (this doesn’t apply to cocaine or embezzlement). Even if I’m feeling unsure, have doubts or just don’t feel like it: if someone invites me to do something, I say yes. If I see something about an art exhibition: yes. There’s a market somewhere: yes. This opens me up, broadens my horizons and creates the opportunity to experience wonderful things. And I like that; I’m taking it to heart.

I’ve now signed up for a gym membership, paid my waste collection tax, and I’ll be able to vote in the next elections. So I’m a proper Amsterdammer now.

So life goes on. It goes on with new bars, new cafés, new markets, new bills and, hopefully, lots of new experiences. It remains exciting. It remains Amsterdam.