Liebes Tagebuch
Ich möchte zu Beginn eine Botschaft nach Hause senden: Mein Bett und Sofa kommen am Dienstag. Für alle, die sich Sorgen gemacht haben: Ich muss nicht am Boden schlafen. Also doch, aber ich habe noch eine Matratze dazwischen. Gut, wenn man Freunde am Ort hat, wohin man zieht.
Dann kurz zu gestern, da stand viel Administration auf dem Plan. Auf der Gemeindestelle besorgte ich mir meine Social Security Number (BSN-Nummer). Innerhalb von 10 Minuten war ich offiziell in Amsterdam registriert. Kein Wunder ist diese Stadt voller Expats und Auslandsstudenten. Als mir die freundliche Gemeindestellenmitarbeiterin die Dokumente in die Hand drückte und mich verabschiedete, hielt ich kurz inne – bis ich merkte, dass mich das gar nichts kostete. Mein Schweizer Herz war verblüfft.
Dann passierten unspektakuläre Dinge wie das Eröffnen eines Bankkontos und das Abschliessen einer Krankenversicherung. Ausländerkram halt. Beides war ebenfalls innert je drei Minuten erledigt. Mega gut.
Zum heutigen Tag möchte ich gerne Folgendes loswerden:
Ich war bei IKEA shoppen. Der verdammte schwedische Möbelladen hat eine Umsatzsteigerung durch mich grundsätzlich gar nicht mehr verdient. Aber ja. Was will man machen. Ich packte alles in den Einkaufswagen, was ich für zwingend notwendig erachtete. Zum Beispiel einen Bluetooth-Speaker (hihi). Der Wagen füllte sich „plötzlich“ und hemmungslos habe ich Geschirr, Pfannen, Klobürsten, Klopapierhalterungen, Garderobenschränke, Schuhregale und Co. eingepackt. Ob ich wusste, dass ich das alles nach Hause tragen muss? Ja. Ob ich wusste, dass die Metro ausfällt und ich zusätzlich noch einen Fussmarsch absolvieren muss? Nein.
Bei LIDL passierte anschliessend dasselbe. Ich legte mir einen soliden Vorrat an Putz- und Grundnahrungsmitteln zu. Konserven. Mais. Kichererbsen. Dinge, die auch dann noch überleben, wenn ich es nicht tue. Alles wurde bei Regen und Wind heldenhaft nach Hause getragen.
Jetzt kann ich zu Hause sorglos aufs Klo gehen und mit Teller und Besteck Mais aus der Dose essen.
Auf Kochen habe ich aber keine Lust mehr. Mache ich dann morgen.
Memo an mich: Schrauben ohne Schraubenschlüssel und Kerzen ohne Feuerzeug sind unpraktisch.
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