***English below***
Liebes Tagebuch
Schon wieder ist ein Monat vorbei!
Im Juni und Juli hatte ich viel Besuch von wundervollen Freunden aus der Schweiz und das Wiedersehen und die Verbundenheit hat sich angefühlt, als wäre ich nie weggegangen. Und ich habe einmal mehr gemerkt, dass ich diesbezüglich in einer echten Luxussituation lebe.
Ich durfte erleben, wie schnell sie hier sind. Und wie schnell ich dort sein kann. Gerade als ich diese Zeilen schreibe, sitze ich im Flugzeug, das genau 60 Minuten in der Luft sein wird, bis es in Basel landet. (Notiz an KLM: easyJet hat das manchmal in 55 Minuten geschafft. Just sayin.’) Eine Stunde und ich kann (fast) alle wieder umarmen und abknutschen.
Meine ArbeitskollegInnen freuen sich für mich, wenn ich Besuch bekomme oder übers Wochenende nach Hause fliege. Gleichzeitig spüre ich aber auch immer ein bisschen Wehmut. Viele von ihnen haben ihre Familien weit weg. Zum Beispiel in Südafrika, Israel, Australien oder Malaysia. Da ist ein Besuch nicht so schnell gemacht und die Lieblingsmenschen werden oft schmerzlich vermisst. Umso dankbarer möchte ich für meine Situation sein.
Ich bin ganz nah. Im Herzen sowieso.
Und so sehr ich diese Nähe und die stetige Verbundenheit schätze, habe ich auch gemerkt, wie sehr man Menschen, Situationen oder gewisse Momente vermissen kann.
In einem Podcast wird den Gästen immer dieselbe Frage gestellt. Seit ich in Amsterdam lebe, weiss ich genau, wie ich sie beantworten würde.
“Was ist das schönste Kompliment für dich?”
Und ich würde antworten:
“Ich vermisse dich.”
Irgendwie haben wir doch alles, was wir zum Leben brauchen. Aber zu hören, dass man in einem anderen Leben fehlt und eine kleine Lücke hinterlässt, das ist für mich eines der schönsten Komplimente überhaupt. Es bedeutet, dass man in den Gedanken eines Menschen auftaucht. Dass die gemeinsame Zeit immer etwas Besonderes und Wertvolles war. Dass man ein Herz berührt. Dass man Spuren hinterlässt, von denen sich jemand mehr wünscht. Und dass man im Leben eines Menschen einen Platz gefunden hat, der sich leer anfühlt, wenn man nicht da ist.
Und so habe ich das grosse Glück, dass ich vermisst werde und gleichzeitig Menschen in meinem Leben habe, die ich vermisse. Ich darf vermissen und gleichzeitig wissen, dass ich unglaublich schnell dort sein kann, wo dieses Vermissen für einen Moment wieder verschwindet und Platz für ein Wiedersehen macht.
In Basel zu sein, fühlt sich immer ganz besonders an. Wenn ich in meinem Kopf Sätze formuliere, muss ich mich jeweils kurz daran erinnern, dass ich jetzt wieder Schweizerdeutsch sprechen kann.
Basel wirkt im Vergleich zu Amsterdam unglaublich sauber. Ordentlicher. Geregelter, langsamer und ruhiger. Amsterdam hingegen ist wild, laut, schmutzig, bunt und chaotisch. Wobei auch Amsterdam seine ruhigen Ecken hat. Orte, die Gemütlichkeit ausstrahlen und an denen die Stadt plötzlich ganz leise wird.
Und so erlebe ich die Mischung aus all dem.
Vermissen und Wiedersehen.
Laut und leise.
Geregelt und bunt.
Ich geniesse den Luxus von Amsterdam und Basel.
PS: Happy Birthday Schwiz! Happy Pride Month Amsterdam!



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5 months!
Dear Diary
Another month has flown by!
In June and July, I had many wonderful friends from Switzerland come and visit me. Our connection felt exactly as it always had, as if I had never left. And I realised once again that, in this matter, I’m in a truly privileged position.
I’ve been able to experience just how quickly they can be here and I can be there. As I write these lines, I’m sitting on a plane that will be in the air for exactly 60 minutes, until it reaches its destiny Basel. (Note to KLM: easyJet has sometimes managed it in 55 minutes. Just sayin’.) One hour and I can hug and kiss (almost) everyone again.
My colleagues are happy for me when I have visitors or fly home for the weekend. At the same time, though, I always feel a touch of wistfulness. Many of them have their families far away. In South Africa, Israel, Australia or Malaysia, for example. A visit isn’t something you can just pop over for, and they often miss their loved ones terribly. That makes me all the more grateful for my own situation.
I’m very close by. In my heart, anyway.
And as much as I appreciate this closeness and the constant sense of connection, I’ve also realised just how much one can miss people, situations or certain moments.
In a podcast, the guests are always asked the same question. Ever since I’ve been living in Amsterdam, I’ve known exactly how I’d answer it.
“What’s the nicest compliment you could receive?”
And I’d reply:
“I miss you.”
Somehow, we already have everything we need to live. But hearing that you are missed, that your absence leaves a small empty space in someone else’s life, is one of the greatest compliments I can imagine. It means that you appear in someone’s thoughts. That the time you shared was always meaningful and valuable. That you touched someone’s heart. That you left footprints they wish there were more of. And that you found a place in someone’s life that feels a little emptier when you’re not there.
And so I am incredibly lucky to be missed and to have people in my life whom I miss. I am allowed to miss them while knowing that I can be with them in no time at all and where that sense of missing disappears and is replaced by the joy of being together again.
Being in Basel always feels very special. Whenever I’m forming sentences in my head, I have to remind myself for a moment that I can speak Swiss German again.
Compared to Amsterdam, Basel seems incredibly clean. Tighter. More orderly, slower and quieter. Amsterdam, on the other hand, is wild, loud, dirty, colourful and chaotic. Although Amsterdam does have its quiet corners too. Places that feel cosy and where the city suddenly becomes very quiet.
And so I get to experience a little bit of all of it.
Missing and being together again.
Loud and quiet.
Orderly and colourful.
I enjoy the luxury of both Amsterdam and Basel.
PS: Happy Birthday Switzerland! Happy Pride Month Amsterdam!
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